Saigon / Ho Chi Minh City

Uncle Ho vor Hotel de Ville

Uncle Ho vor Hotel de Ville

Unser Quartier haben wir in einem Guesthouse in einer der vielen engen, verwinkelten Seitengassen im Touristenzentrum aufgeschlagen. Wir wohnen in einem Zimmer im ersten Stock, der einzige Raum im Erdgeschoss ist gleichzeitig Rezeption, Lobby, Mini-Markt als auch Wohnzimmer und Küche der Betreiberinnen. Wann immer wir den Raum betreten, liegt (mindestens) eine der drei Frauen auf einer Matratze unter dem Stiegenaufgang und schläft oder sieht fern. Das dürfte aber – wohl aufgrund des beschränkten Platzangebots – hier nicht ungewöhnlich sein. Spaziert man durch die Gassen, sieht man durch die oft offenen Haustüren immer wieder Leute am Boden sitzen.

Hauptpost Saigon

Hauptpost Saigon

Saigon (bzw. Ho Chi Minh City bzw. „Motorbike City“) hat 7 Millionen Einwohner, es gibt 6 Millionen Mopeds und angeblich 7000 tödliche Moped-Unfälle pro Jahr. Trotzdem wirkt der Verkehr hier wesentlich „zivilisierter“ auf uns als der in Hanoi!

Zu einem Saigon-Aufenthalt gehört ein Besuch des „War Remnant“ Museums. Hier werden die Ereignisse der Kriege gegen Franzosen und Amerikaner (nicht ganz unpropagandistisch) dokumentiert. Amerikanische Flugzeuge, Panzer, Bomben und andere Waffen werden ausgestellt, daneben gibts Informationen über die brutalen Foltermethoden in (natürlich nur süd-)vietnamesischen Gefangenenlagern. Auch die furchtbaren Folgen des Agent-Orange-Einsatzes der USA werden dargestellt.

Cu Chi Tunneleingang

Ob unser Guide in diesen Tunneleingang passen würde?

Ganz in der Nähe von Saigon (in Củ Chi) kann man das Tunnelsystem besichtigen, das im Vietnam-/Amerikakrieg eine wichtige Rolle spielte. Schon im Krieg gegen die Kolonialmacht Frankreich angelegt und später auf über 200km Gesamtlänge erweitert, hatten sich hier Vietcong-Partisanen verschanzt und gegen Amerikaner gekämpft. Touristen können heute ein kleines Stück Tunnel (90 Meter) von innen besichtigen. Ein klaustrophobisches Erlebnis, obwohl der Gang extra auf 80cm Breite und 120cm Höhe erweitert und mit Beleuchtung versehen wurde! Außerdem gibt es Nachbauten der verschiedenen Fallen zu sehen, die manchem amerikanischen GI zum Verhängnis wurden.

"Tiger-Falle"

Unter dieser "Tiger-Falle" befinden sich Bambusspieße!

Über Bernhard

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2 Antworten zu Saigon / Ho Chi Minh City

  1. michi&Dani schreibt:

    Und die 80cm sind sich ausgegangen Bernhard? Naja, nach der Langen zeit in Asien, seid bist du sicher schon am Weg zum ideal Gewicht…:-) Lg..Danke für die Tollen Bilder und das ihr uns alle an Eurer Reise teilhaben lässt..

    • Bernhard schreibt:

      Ist sich nicht wirklich ausgegangen, bin immer wieder mit den Schultern stecken geblieben!😉
      Aber im Ernst: 80cm sinds ja nur unten (die Form der Tunnels kannst du im Wikipedia-Artikel sehn), das macht das Vorwärtskommen nicht einfach.
      Ich hab auch irgendwann kapituliert (ca. alle 20m gibts zum Glück einen Ausgang), weil vor uns war eine ständig fotographierende phillipinische Gruppe, die den Weg blockiert hat, und es war heiß und finster und von hinten haben Leute nachgedrängelt … war nicht so angenehm. (Mag mir gar nicht vorstellen wie das im Krieg war, mit Giftschlangen, Fallen, Feinden, …)

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